Bogensport

Bogensport

Compound

In Ländern, in welchen die Bogenjagd heute noch erlaubt ist (USA, Kanada, Südafrika) werden überwiegend Compoundbogen verwendet. Diese technisch hochentwickelten Jagd- und Sportgeräte leisten enorme Geschwindigkeiten und Präzision auf weite Distanzen. An Turnieren wird die erlaubte Geschwindigkeit heute auf 300 Fuss pro Sekunde begrenzt.
Der Compound-Bogen ist sehr kompakt, die Energie kommt aus einem System mit Umlenkrollen. Dies ermöglicht dem Schützen, auch hohe Gewichte zu ziehen und nach dem „Einrasten“ ruhig zu halten. Beim Lösen entwickelt der Bogen dann eine enorme Beschleunigung. 300 feet/s entsprechen dabei 330 km/h. Natürlich verliert der Bogen schneller an Geschwindigkeit und auf weitere Distanzen auch an Durchschlagskraft als ein Gewehr oder eine Pistole.

Langbogen

Er wird der Vorgänger aller heutigen Bögen genannt. Bereits um 6500 vor Christus wurden Bogen als Jagd- und wahrscheinlich auch Kriegswaffen benutzt. Der Älteste, bekannte Bogenfund stammt aus Holmegard in Dänemark und war aus Ulmenholz gefertigt. Später wurde dann häufig Eibe als Bigenholz benutzt. In neuerer Zeit hat dieses Holz an Bedeutung verloren, da es in vielen Regionen geschätzt ist und nicht verarbeitet werden darf (ganze Schweiz). Die Eibe hat auch nicht die sagenhaften Vorteile gegenüber anderen Hölzern, die ihr teilweise angedichtet werden. So ist Ebenholz zum Beispiel recht spröde, solche Bogen drohen also zu zerbrechen und zu zersplittern.
Ähnlich wie beim Holz ranken sich auch sinnst viele Legenden um den Langbogen; auch heute noch kennen die meisten Kinder die Figur von Robin Hood, dessen Existenz nie nachgewiesen werden konnte.
Der Langbogen verdient seinen Ruhm vor Allem als „Wunderwaffe“ der Engländer in den Kriegen gegen die Franzosen vom 11. bis ins 14. Jahrhundert.
Heute sind auch Langbögen nicht mehr nur aus edlem Hartholz, Fiberglass und Karbon werden auch bei Langbögen benutzt, um Stabilität und Geschwindigkeit zu verbessern.
Technisch ist dieser Bogen längst überholt, doch von seinen Liebhabern immer mehr geschätzt. Es wird damit noch „richtig instinktiv“ geschossen, also ohne Visier, vielfach sogar ohne den Shelf, die Pfeilauflage im Bogenfenster. Es erfordert einiges an Übung bis man beständig ins Ziel trifft.
Die wohl berühmtesten Langbogenschützen der Neuzeit sind Fred Bear und Howard Hill, welcher den sagenhaften „Robin Hood“-Schuss im gleichnamigen Film mit Eroll Flinn ausführte. Es war kein Trick, sondern sein Können, welches den bereits steckenden Pfeil halbierte.

Recurve-Bogen

Der Recurve-Bogen ist die Weiterentwicklung des Langbogens. Bereits mongolische, türkische und andere Reitervölker haben den Bogen deutlich verkürzt, ihm durch die nach vorne geschwungenen Wurfarme bei weniger Zuggewicht deutlich mehr Geschwindigkeit und damit Durchschlagskraft und Flugweite ermöglicht. Moderne Recurvebogen werfen ihre Pfeile bis über 300 Meter weit.
Dabei unterscheidet man heute den Jagd- und den olympischen Recurve. Den Jagdrecurve gibt es immer noch als Holzbogen, häufig aber mit Fiberglass oder Karbon gemischt. Auch Metallgriffstücke oder Vollkarbonarme entwickeln diese Bogen ständig weiter. Der olympische Recurve ist vom Prinzip her derselbe Bogen, zumeist mit Metallgriffstück und Karbonwurfarmen, zusätzlich mit Stabilisatoren und Visier ausgestattet. Durch die Zielvorrichtungen treffen diese Geräte trotz niedriger Zuggewichte auf Distanzen von bis zu 90 Metern ein Zentrum von wenigen Zentimetern Durchmesser. Dieser Bogen ist der einzig zugelassene Bogen bei olympischen Spielen – leider.